Ick hab´ doch nur ´nen Feuerchen gemacht!

Absolute Premiere: Zum ersten Mal schreibe ich einen Artikel zu einem Fussballspiel, was ich gar nicht live, sondern gestern Abend im TV verfolgt habe. Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Tante Hertha aus Berlin. Für den neutralen Beobachter ein spannendes, interessantes und ungewollt langes Spiel. Für die Medien, Beckmann & Scholl eine neue, besorgniserregende und noch nie da gewesene Welle der Gewalt in deutschen Stadien. Sorry Jungs, aber ich kann diese Panikmache einfach nicht mehr hören …

Die Zündelei im Hertha-Block war in der Tat alles andere als kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik. Das Werfen auf den Platz, unterlegt von irgendwelchen Böllern defintiv keine Heldentat, aber muss man daraus wieder so einen Affen machen. Da haben die SOGENANNTEN Fans ja wieder tolle Arbeit geleistet. Unseren Saubermann-Sport ordentlich durch den Dreck gezogen und dafür gesorgt das Fussballer unter Todesangst zurück aufs Spielfeld mussten.  Wenn ich mir so die Punktausbeute der Hertha in dieser Saison angucke und das lahmende Auftreten der Mannschaft in den Relegationsspielen, dann hätte ich als Spieler auch Todesangst, allerdings nur beim Blick auf die Tabelle. Im Fortuna-Block sahen die Bungalows, eh Bengalos, übrigens sehr cool aus. Hatte was von Aufstiegsatmosphäre. Scholl und Beckmann hingegen sprachen von einem gemeinsamen Ding der SOGENANNTEN Fans von Berlin und Düsseldorf – kommuniziert über soziale Netzwerke! Frei nachdem Motto: “In den Farben getrennt, in der Sache vereint.”

Ich stelle mir gerade vor, wie das Streetfighter-Kollektiv Wannsee pünktlich zum Rückspiel über Facebook ´ne neue Veranstaltung erstellt hat. Das Ganze natürlich nicht öffentlich und nur an geladene Gäste. Thema der Veranstaltung: “Rudelzündelei an der längsten Theke der Welt!”.
Einfach als geladener Gast den “Ich nehme teil” Button klicken und schon ist man ganz vorne mit dabei. Beginn dieser Veranstaltung stand bekanntermaßen auch fest. Zusätzlich der Hinweis doch bitte – neben den Fackeln – noch Bier & gute Laune mitzubringen. Und da es sich alleine schlecht feiern lässt, hat man einen Teil der Gegenseite aus Düsseldorf gleich dazugeholt und ebenfalls kräftig Einladungen verteilt.

Sorry Beckmann & Co., aber ihr habt den letzten Schuss nicht gehört! Von Beckmann erwarte ich eh nicht viel, aber das sich ein Mehmet Scholl ebenfalls zu solch blödsinnigen Aussagen bzw. Vermutungen hinreißen lässt, daß hätte ich beim besten Willen nicht gedacht. Aber der Junge scheint ja gerade erst am Anfang seiner Karriere zu stehen, denn über die Problemlösung von Gewalt im Stadion hat er sich – lt. eigener Aussage – bis dato überhaupt keine Gedanken gemacht.

Der Platzsturm kurz vor Beendigung des Spiels ist allerdings nochmal eine andere Sache – zumindest aus sportlicher Sicht. Wobei sich dieses Wort Platzsturm auch schon wieder dermaßen dramatisch anhört. Man müsste glatt vermuten das tausende von hasserfüllten Gestalten beim Betreten des Rasens nichts anderes im Sinn hatten, als den Spielern und Fans von Berlin an den Kragen zu wollen. Da haben sich einfach 99,9% der Leute überschwänglich über die Rückkehr ins Fussballoberhaus der Fortuna gefreut, ohne dabei bestimmt auch nur 1 Sekunde lang ´nen Gedanken daran verschwendet zu haben, Preetz & Co. in den Allerwertesten zu treten. Solche Situationen haben wir jedes Jahr in den Stadien – egal ob Meisterfeier oder Aufstieg! Aber Freude und Ausgelassenheit im Fussballstadion sind ja auch immer ein Indiz für Chaotentum und hohes Maß an Gewaltbereitschaft. Dumm allerdings, dass all diese Feierlichkeiten schon während der regulären Nachspielzeit stattgefunden haben.

Und hier bin ich mal gespannt, wie unsere Herrschaften vom DFB verfahren. Es mag jetzt ja reine Spekulation sein, ob die Hertha noch den Siegtreffer mit 10 Mann erzielt hätte oder nicht. Aber man hat es schon oft genug im Fussball erlebt, daß so ein Anschlusstor für zusätzliche Kräfte auf der einen und schwere Beine auf der anderen Seite gesorgt hat. Ein gutes Beispiel dafür, gab es erst am Wochenende im Spiel zwischen Manchester City und den Queens Park Rangers zu sehen. 2 Tore in der Nachspielzeit verhalfen Man. City zum Titelgewinn. Nun gut, Hertha BSC ist jetzt nicht Manchester City, aber dennoch würde ich hier auch von Wettbewerbsverzerrung sprechen. Du wirst als Spieler ´ne halbe Stunde lang voll aus dem Tritt geholt und sollst dann für knappe 2 Minuten nochmal zurück aufs Feld. Mmh, ich weiß ja nicht … ich finde schon, dass es sich hierbei um eine Benachteiligung handelt, die letztendlich auch Auswirkungen auf das Ergebnis haben kann. Logische Konsequenz müsste eigentlich ein Wiederholungsspiel sein.

Aber beim Festlegen der Strafe und Klärung des Sachverhalts vertraue ich mal voll und ganz den alten Herrschaften in Frankfurt. Deren Drang nach Gerechtigkeit und das richtige Gespür für das passende Strafmaß werden schon dafür sorgen, dass hier keiner der beiden Mannschaften mit ´nem blauen Auge davon kommt!

Ich halte es nun wie Beckmann und muss mich erstmal von diesem Schock, der sich gestern Abend in der Esprit-Arena ereignet hat, erholen …

Empfehlenswert vielleicht noch dieser Bericht hier:
http://www.publikative.org/2012/05/16/hurra-wir-leben-noch/

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“Beziehungsstatus”: Es ist kompliziert …

Eine Bekannte hat es vor einigen Tagen vielleicht ganz gut beschrieben “Liebeskummer mit meinem Verein”. So weit möchte ich nicht unbedingt gehen und von Liebeskummer sprechen, aber das derzeitige Geschehen um den FC St. Pauli nimmt mal wieder unheimlich anstrengende Formen an. In den sozialen Netzwerken würde man diesen Beziehungsstatus wohl als “Es ist kompliziert” bezeichnen.

Ich habe ´nen bißchen gebraucht um alles zu sammeln, was so in den letzten Tagen passiert ist! Viele Infos aus dem Netz “gesaugt”, Blogs gelesen und auch das ein oder andere Gespräch über die derzeitige Lage und die Geschehnisse außerhalb des Platzes geführt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto größer wird mein Gefühl, daß einfach momentan so gar nichts stimmt in unserem Umfeld! Jeder meldet sich zu Wort, fühlt sich ungerecht behandelt und hat mehr zu sagen als der andere. Grabenkämpfe werden ausgetragen und es wir über alles gesprochen – nur nicht darüber, daß wir sportlich gesehen immer noch leicht an der Tür zur Fussball Bundesliga klopfen. Gut, wie schon oft erwähnt – Aufsteigen will ich eh nicht, aber so ´nen Relegationsspiel reizt mich dann doch …

Der eintägige “Bürgerkrieg” gegen Hansa Rostock und die Polizei im Gefahrengebiet St. Pauli ist jetzt ´ne knappe Woche vorbei. Viel Aufwand und Aufregung für ein Fussballspiel. Das musste wohl jeder erkennen, der dem FC St. Pauli nicht ganz so sehr verbunden ist. Der Protest vorm Stadion war mehr als notwendig, allerdings hätte ich doch auf mehr Solidarität aus unserer Fanszene gehofft! Etwas mehr als 1.000 Leute bei knapp 25.000 Zuschauern, die alle zwei Wochen ans Millerntor “pilgern”, finde ich mehr als dürftig! Diese Einstellung zeigt mir, dass es vielen Leuten in unserem Umfeld wohl doch relativ wurscht ist, was mit König Fussball und seiner Fankultur in naher Zukunft passiert. Hauptsache der Ball rollt auf dem Rasen, das Bier läuft aus dem Hahn und wir bekommen 90 Minuten lang ein heiteres Spielchen und ein bißchen “Pauli-Paadie” geboten. Ob nun der Verein oder wie in diesem Fall die Polizei bestimmt, wer an diesem Vergnügen teilnehmen darf oder nicht, scheint völlig egal zu sein! 70 Minuten lang habe ich selber vorm AFM-Container auf dem SKVP gestanden und mir das Spiel gegen Rostock über die Lautsprecher kommentieren lassen – bin dann aber die letzten 20 Minuten doch ins Stadion gegangen, weil ich gucken wollte, ob es wirklich so anders ist, wenn ein Teil der aktiven Fanszene draußen bleibt! Also, den gewohnten Platz auf der Süd aufgesucht und das ganze Geschehen im Stadion gewürdigt. Tja, was soll ich sagen – die Südkurve war bestens gefühlt! Das ein nicht unerheblicher Teil diesem Spiel fern geblieben ist, war auf den ersten Blick erstmal gar nicht zu bemerken! Viele bekannte Gesichter, von denen man eigentlich erwartet hat, dass Ihnen so ein Protest am Arsch vorbeigeht, waren im gewohnten Umfeld zu erkennen. Diese Leute waren in so einer hervorragenden Bierlaune, dass ein einfaches “Ganz Hamburg hasst die Polizei” gereicht hat um Leute aus meiner Bezugsgruppe mit Bierbechern zu bewerfen und Schläge anzudrohen! Immer wieder nett, wenn man seit über 2 Jahren quasi ´ne Nachbarschaft im Block gepflegt, aber in solchen Momenten merkt, wie weit das Verständis für Fussball, Fankultur und Repressionen auseinander geht!

Stimmungsmäßig war es im Stadion nicht ganz so ruhig, wie ich es erwartet habe! Ein paar zaghafte Anfeuerungsrufe und alte Klassiker wie “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins …” waren zu hören. Diese Klassiker vermisse ich in der Tat und es war schön, diese mal wieder zu hören! Ich persönlich ziehe den spielbezogenen Support dem Dauer-Lalala vor, aber rein optisch gesehen glich die Südkurve an diesem Sonntag einem unbedeutenen schwarz-weißen Fleck, der große Langeweile und Tristesse hervorrief! Wer sich sowas auf Dauer wünscht bzw. kein Problem damit hat, wenn die “ULTRAS” oder ein Teil der aktiven Fanszene draußen bleibt, der tut mir einfach nur leid! Sollte sowas in den nächsten Jahren das Verständnis von einem Leben als Fussballfan sein, dann werde ich in kein Stadion mehr gehen und mir ´nen entspannteres Hobby suchen. Die Jungs der 1. Handball-Mannschaft des FC St. Pauli haben in den letzten Wochen meine Leidenschaft geweckt und das wäre definitiv ´ne Alternative. Dort ist alles noch so unbehaftet und entspannt und rumpöbeln kann man dort auch bestens. ;)

Die Geschehnisse nachdem Spiel vorm Jolly Roger möchte ich mal unkommentiert lassen. Ich habe die Aktion nicht mitbekommen und weiß nicht, wer wie und wo angefangen hat und deshalb möchte ich mich dazu auch nicht äußern. Augenzeugenberichte und Videos im Netz lassen einiges vermuten, aber ich bin besser ruhig! Nur soviel dazu – ich habe die Strategie der Polizei und die ganze Aufregung vor diesem Spiel schon nicht verstanden und das so ein Einsatz auch irgendwann im Laufe des Tages Früchte tragen muss, dürfte jedem klar sein! Kann ja nicht sein, dass die ganzen Steuergelder verschleudert werden und die behelmten Damen und Herren gar nichts dafür tun müssen. Wie so ein Vorgehen aussieht, durfte man dann hautnah nachdem Spiel vorm Fanladen sehen! Völlig grundlos und aus heiterem Himmel gesellten sich 30-40 uniformierte Beamte vorn den Fanladen und trennten die beiden Straßenseiten. Fein säuberlich aneinandergereiht und den Knüppel im Anschlag! Wie Deeskalation in der Polizeisprache aussieht, durfte man durch eindeutige Handbewegungen der Beamten in Richtung der dort anwesenden Fussballfans erkennen. Ein schönes Auffordern: “Kommt doch her, wenn ihr was wollt!” Erbärmlich sowas …

Ich bin definitiv kein Mensch, der sich solchen Aussagen wie “Ganz Hamburg hasst die Polizei” verbunden fühlt, aber so ein Auftreten geht mir derbe auf den Piss! In solchen Momenten kommt dann immer noch der kleine naive Dorfjunge (mit Mitte 30ig) durch, der an das Gute im Menschen (und der Polizei) glaubt! Nur findet diese Naivität in Großstädten wohl keinen Platz! Um mein “Weltbild” der Polizei nicht komplett verzerren zu lassen, bleibe ich bei dem netten alten Schutzmann mit grauem Bart und rauher Stimme, der uns früher in der Schule die Verkehrsregeln beigebracht und meinen Gepackträger festgehalten hat, als ich bei orange über die Ampel fahren wollte! Solchen Spinnern, die vorm Fanladen aufgetreten sind, gehört eigentlich nur der stramme Mittelfinger gezeigt.

Der stramme Mittelfinger gehört auch den Leuten, die sich vor, während und nachdem Spiel im Viertel rumtreiben und nach Konfrontationen suchen! Ganz egal, ob mit gegnerischen Fans oder wie an diesem Sonntag die Polizei. Mit solchen Aktionen wird der Fanszene ein Bärendienst erwiesen. Dazu gehört auch dieser völlig unmotivierte und dämliche Angriff auf die Tankestelle am Hamburger Berg! Ganz großes Tennis eine nicht besetzte und geschlossene Kneipe anzugreifen! Trefft euch irgendwo im Niendorfer Gehege oder in der Lüneburger Heide, aber benutzt für euer Pimmelfechten nicht unseren Sport.

Im Laufe der Woche sorgte dann unser Verein mal wieder für etwas “Aufheiterung”. Eine akzeptierte Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro für das “Vergehen” beim Schweinske-Cup und einem Freak mit Bullenschweine-Schal auf der Choreo beim Braunschweig Spiel – derbe diskriminierend und unsportlich sowas! Sagen wir es mal so – ich versuche die Verantwortlichen im Verein ein stückweit zu verstehen! Seit Beginn der Rückrunde wird das sportliche Auftreten unseren Mannschaft eigentlich Woche für Woche durch irgendwelche gerichtlichen Verhandlungen, Anhörungen beim DFB etc. in den Hintergrund gestellt! Gut, teilweise vielleicht auch nicht verkehrt, denn so ´ne Gerichtsverhandlung ist spannender als manch sportlicher Auftritt gegen Cottbus & Co., aber das nur so am Rande! Irgendwann würde mir als Verantwortlicher auch die Hutschnur reißen und ich würde mich gerne mal mit anderen Dingen beschäftigen. Gibt es in unserer Rechtsabteilung eigentlich inzwischen eine eigene Unit, die sich ausschließlich mit dem Kunden “Deutscher Fussball-Bund” beschäftigt? Das Geld, was dem Verein bisher durch Strafen durch die Lappen gegangen ist, hätte uns zur neuen Saison bestimmt schon ´nen halben Knipser fürs Sturmzentrum gebracht.

Nur der gewählte Weg von Orth & Co., vor allem die Strafe für die Geschehnisse beim Schweinske-Cup und ein damit verbundenes “Schuldeingeständnis” zu akzeptieren, ist nicht in Ordnung! Hat der Verein in seiner Stellungnahme kurz nachdem Turnier seinen Fans volle Rückendeckung gegeben, so tritt er jetzt nach. Eine sehr enttäuschende Entwicklung. Eine Ansage (u.a. auch in der Stellungnahme), dass man die Strafe aufgrund der ganzen Geschehnisse in den letzten Wochen und des lieben Friedens willen erstmal zähneknirschend akzeptiert, aber nach wie vor an einer lückenlosen Aufklärung der Auseinandersetzungen in der Alsterdorfer Sporthalle arbeitet und die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchungskommission abwartet, wäre wohl die bessere Alternative gewesen. Hinzukommt noch, dass es bis dato für ähnliche Vorfälle bei Hallenturnieren von Seiten des DFB noch NIE eine Strafe gegeben hat! Aber irgendwann muss man ja mal anfangen und bestenfalls bei unserem Verein.

Heute morgen macht dann eine Nachricht die Runde, die hoffentlich nur eine Ente ist. Aufgrund der Schweinske-Cup-Geschichte wurden Stadionverbote ausgesprochen. Wer und wieviele davon betroffen sind – keine Ahnung! Wahrscheinlich wird man in den nächsten Tagen genauere Informationen dazu bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Vorgehen an unserem Verein vorbeigegangen ist und er mit den Lügenbaronen von DFB & Co. nicht unter einer Decke hockt … ansonsten wäre es das der größte Arschtritt gegenüber der Fanszene des FC St. Pauli schlechthin!

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Muchas Gracias und Glück Auf, Señor Raúl !!!

Adiós Señor Raúl

Die letzten Tagen gestalten sich für einen Fussballfan mit zwei Vereinsherzen verdammt schwierig! Erst dieses ganze Theater um das Spiel gegen Hansa Rostock am morgigen Sonntag und dann auch noch am Donnerstag der verkündete Abschied von Señor Raúl zum Saisonende. Ich habe bis zum Schluss gehofft und eigentlich bin ich davon ausgegangen das Raúl noch ein weiteres Jahr für Schalke spielt! Wahrscheinlich wolle er einfach nur abwarten bis die Qualifikation zur Champions League “eingetütet” ist und dann wird der Vertrag unterzeichnet! Tja, Pustekuchen … 3 Spiele dürfen wir ihn im königsblauen Trikot noch sehen und dann wird er die Bundesliga und den FC Schalke 04 verlassen. Wohin steht noch nicht fest, aber sein Ziel wird außerhalb Europas liegen!

Der Abgang von Raúl wird defintiv ein riesen Loch hinterlassen! Sowohl sportlich auch als menschlich. Ich habe lange lange Zeit keinen Spieler von seiner Klasse erlebt, der sich so in den Dienst der Mannschaft gestellt und bis zum Schlusspfiff alles gegeben hat! Ein Vorbild für jeden – auf dem Platz und mit Sicherheit auch daneben! Seine spielerische Intelligenz und die fussballerische Eleganz werden dem Verein fehlen! Nach dem Abgang von Ebbe Sand im Jahre 2006 der schmerzlichste Verlust eines Spielers den Schalke hinnehmen muss. Gerne möchte ich auch nochmal auf die Geschichte nachdem Spiel von Schalke am Millerntor hinweisen! Auch das zeigt seine wahre Größe!

Auf diesem Wege kann man ihm nur alles, alles Gute für seine Zukunft wünschen! Es war ein Traum ihn 2 Jahre lang im Schalker Trikot sehen zu dürfen! Muchas Gracias und Glück Auf, Señor Raúl !!!

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SUNDAY BORING SUNDAY …

Derbyzeit am Millerntor! Am Sonntag ist Hansa Rostock zu Gast und was dieses bedeutet, braucht man den Fans beider Vereine und darüber hinaus auch anderen Leuten nicht erklären. Normalerweise läuft man schon einige Tage (bei manchen bestimmt auch Wochen) im voraus heiß und kann seine Freude auf dieses Spiel definitiv nicht verbergen. Das ewige Nord-Ost-Duell, dass jedes Mal für ´ne Menge Emotionen auf dem Feld und selbstverständlich auch auf den Rängen sorgt! Ein volles Stadion, Emotionen, Leidenschaft und ´ne ordentliche Portion Rivalität. Sicherlich gab es in der Vergangenheit rundum das Spiel auch unschöne Szenen, aber die gibt es woanders auch. Sollte man jetzt nicht unter den Teppich kehren, aber auch nicht an die große Glocke hängen. Aus sportlicher Sicht bringt das Spiel am Sonntag ebenfalls ´ne Menge Brisanz mit sich! Hansa Rostock steht kurz vorm Abgang in die dritte Liga und wir haben (trotz einer mäßigen Rückrunde und dem Einbrechen von Paderborn und Düsseldorf) immer noch eine realistische Chance 2 Zusatzspiele nach Ablauf der Saison zu bekommen und Relegation zu spielen. Unter normalen Gesichtspunkten wäre es natürlich ein absoluter Traum, wenn wir am Sonntag die Kogge so gut wie versenken könnten, aber die Lust darauf ist mehr als getrübt! Auf dem grünen Rasen wird alles so sein wie immer, aber das ganze Drumherum wird einem Derby nicht im Geringsten gerecht!

Wie schon im März 2010 wird der Gästeblock dieses Jahr leer bleiben. Während damals unser ehemaliger Präsident C. Littmann entscheidenen Anteil an der Panikmache hatte, hat dieses Mal kurzerhand die Hamburger Polizei dem Verein untersagt, Eintrittskarten für dieses Spiel an Anhänger von Hansa Rostock zu verkaufen. Und siehe da die Staatsmacht ist tatsächlich damit durchgekommen. Der Einspruch unseres Vereins wurde abgelehnt und sowohl Verwaltungs- als auch Oberverwaltungsgericht gaben grünes Licht für dieses abstruse Vorgehen. Ein Novum im deutschen Fussball und was diese Entscheidung für unser Fan-Dasein in Zukunft bedeuten kann (wenn es als beschlossene Sache abgestempelt wird), mag man sich überhaupt nicht vorstellen. Nun entscheiden nicht mehr die Vereine oder der DFB, sondern die Polizei. Jedes Spiel, was zukünftig ein klein wenig Brisanz mit sich bringt, könnte (sofern es die Staatsmacht will) ohne gegnerische Fans stattfinden. Eine Horrorvorstellung für jeden Fan und defintiv das Aus für die Art von Fussball, die wir jahrelang erlebt und gelebt haben. Nun wird über unseren Köpfen hinweg entschieden, ob wir Spiele besuchen dürfen oder nicht – auch wenn wir uns bis dato immer brav benommen haben und niemals negativ aufgefallen sind! Alle in einen Sack und immer drauf. Eine ziemlich beängstigende und traurige Vorstellung. Für die Polizei hier in Hamburg ist es ein absolutes Armutszeugnis, dass sie nicht in der Lage ist, ein Fussballspiel mit 24.000 Zuschauern zu begleiten und Sicherheit zu gewähren! Gibt in Deutschland auch noch ganz andere Derbys mit dreifacher Anzahl an Zuschauern. Komischerweise gibt es dort keine Probleme. Wie hilflos die Staatsmacht allerdings reagieren kann, hat man ja bestens beim Schweinske-Cup erlebt!

Frage bleibt – war das so clever dieses Verbot so durchzuziehen? Ich glaube nicht. Verfolgt man das ganze Geschehen rundum dieses Spiel in den letzten Tagen in “Funk & Fernsehen”, dann dürfte sich die Polizei schön ins eigene Knie geschossen haben. Ich weiß nicht, wer solche Beschlüsse fasst, aber haben die allen Ernstes gedacht das so eine Aktion von Seiten der Fans einfach hingenommen wird? Wie verblendet kann man sein? Die Quittung für so einen Nonsens könnten die Edelritter in grün schon am Sonntag bekommen.

Die Fans von Hansa Rostock haben nämlich zu einer Demonstration unter dem Motto “„Demo auf Sankt Pauli – Blau-weiß-rot gegen polizeiliches Kartenverbot“ in Hamburg aufgerufen und wer die Anhängerschaft kennt, der weiß auch, dass sie ´ne Menge Leute mobilisieren können. Und erst recht, wenn sie gegen St. Pauli spielen! Ich würde es in der Tat begrüßen, wenn sich die Fans von Hansa im Rahmen dieser Demonstration auf das Wesentliche – nämlich dem eigentlichen Motto dieser Veranstaltung – konzentrieren würden und ihre Antipathie gegenüber St. Pauli mal ablegen könnten. Gleiches gilt natürlich auch für unsere Seite. Bei aller Rivalität hätten sie nun die Chance all ihre Kritiker und Hetzer eines Besseren zu belehren und den verblendeten Panikmachern zu zeigen, dass es auch anders geht! Sie machen es nicht nur für ihre eigene Fanszene, sondern für die gesamte Fankultur im deutschen Fussball. Für die Polizei dürfte es jedenfalls ´ne riesen Herausforderung werden, einen so großen und mit Sicherheit nicht gut gelaunten Mob zu begleiten und evtl. Reibereien zu verhindern. Stell ich mir auch um einiges leichter vor, als die Leute im Stadion zu beobachten. Aber war ja deren Idee … und was passiert eigentlich nach der Demo? Das Risiko, dass sich die Demo unkontrolliert auflöst und sich Leute quer im Viertel verteilen – um evtl. das Spiel zu gucken -  ist defintiv gegeben und dann möchte ich mal gucken, was passiert!

Und da so ein Derby ohne Gästefans auch nur halb so wenig Freude bringt, haben USP dazu aufgerufen dem Spiel ebenfalls fernzubleiben und gemeinsam auf dem Südkurvenvorplatz das Spiel übers Radio zu verfolgen. Eine gute und richtige Entscheidung. Ich gebe zu, dass ich nach wie vor immer noch hin-und hergerisen bin zwischen draußen bleiben und ins Stadion gehen, aber ich werde mich am Sonntag für die zweite Variante entscheiden. Mein Platz bleibt leer! Das die Polizei in Zukunft darüber entscheiden darf, wer ins Stadion kommt und wer nicht, kann einfach nicht sein! Damit dieses Prozedere keinen Einzug in unser Fan-Dasein erhält, darf man es nicht einfach so runterschlucken, sondern muss aktiv dagegen vorgehen. Das gilt übrigens auch für unseren “Medienfuzzi” Bönig. Ich glaube, der Typ hat es bis heute immer noch nicht kapiert, worum es hier eigentlich geht! Ansonsten sind seine Aussagen in der Morgenpost nicht wirklich zu verstehen. Mal gucken, ob er es kapiert, wenn er in Zukunft Winkzeichen und Küsschen in einen leeren Block verteilt. Manchmal ist es doch wirklich besser den Sabbel zu halten und sich um die Dinge zu kümmern, die man auch tatsächlich kann.

Weitere Infos findet man hier:
http://basch.blogsport.de/2012/04/18/wenn-das-der-frieden-ist-muss-man-den-krieg-nicht-noch-erfinden/

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U.N.V. um 6 wird gegessen / Nachbetrachtung Union Berlin

Erinnerungen an das Spiel gegen Duisburg aus der Hinrunde wurde gestern aufs Neue entfacht. Nachspielzeit, Brechstange, letzter Angriff, alles nach vorne, finale Flanke in den 16er und das erlösende Siegtor in der 92. Minute. Besser gehts eigentlich nicht und wie damals auch hieß der Torschütze am gestrigen Abend Fin Bartels. Nach den eher dürftigen Vorstellungen in den letzten Wochen, war das gestern eine richtige Erlösung! Endlich mal wieder 3 Punkte und alles rausgeholt, was momentan geht! Dem offensiven Zauberfussball aus der Aufstiegssaison 2009/2010 laufen wir zwar immer noch hinterher, aber gestern stimmte der Einsatz und der Wille die 3 Punkte unbedingt am Millerntor zu behalten – “Gras fressen” nennt man das wohl. Und ganz ehrlich – für mich gibt es eigentlich nichts besseres als Siegtore in der Nachspielzeit und mit 1-2 Bierchen ist das Ganze noch viel emotionaler. Der Erfolg gegen Union lässt uns weiterhin alle Chancen offen in der Relegation die Vorstadt ins Unterhaus zu schießen. Habs ja schon vor ein paar Wochen erwähnt – der Gedanke daran, zaubert mir eine Banane ins Gesicht, aber vom Allerfeinsten! Von mir aus können die auch direkt wieder aufsteigen, Meister werden, die Champions-League gewinnen oder wat weiß ich – das Ganze aber ohne diese beschissene Uhr im Stadion und mit neuem Maskottchen!  Dieses Maskottchen könnte den Dino ablösen und würde die Gefühlswelt der Rauten bestens beschreiben. Anfang Mai wissen wir mehr und wenn es letztendlich dann doch nur der undankbare 4.Platz wird – drauf geschissen! Die 2. Liga hat auch ihren Reiz …

Und sonst so:

- Marius Ebbers: Maradona hatte damals bei der WM 1986 im Viertelfinale gegen England nicht genug Arsch in der Hose sein Handspiel einzugestehen. Ebbers schon … Aber seien wir ehrlich – welche Möglichkeit hat man als Spieler, wenn man direkt nachdem Tor zum Schiri gerufen wird, um die Unzulänglichkeiten der Unparteiischen auszubaden? Ganz schwierige Situation. Unterm Strich bleibt dir nichts anderes übrig, als das Handspiel einzugestehen und so einer nachträglichen Sperre aus dem Weg zu gehen! Also, alles richtig gemacht und gereicht hats trotzdem …

- Philipp Tschauner stand gestern endlich wieder zwischen den Pfosten! Schon im kleinen Derby letzten Mittwoch konnte man sehen, dass er während seiner Verletzungspause nichts verlernt hat. Unheimlich gutes Gefühl, wenn jemand auf der Linie steht, der Sicherheit und Ruhe ausstrahlt! Pliquett hat seine Sache ganz gut gemacht (besser als ich gedacht habe), aber nachdem Spiel in Frankfurt und den beiden unglücklichen Situationen, die zu den Gegentoren 1 + 3 geführt haben, war irgendwie klar das er an einem gesunden Tschauner einfach nicht vorbeikommt und das ist auch gut so.

- Gästefans: Tja, was soll ich sagen! Der Anhang von Union Berlin lässt mich immer in einen Zwiespalt abrutschen. Neben sehr vielen positiven Erfahrungen und Bekanntschaften, begleitet mich immer wieder das Gefühl, dass die Fanszene von Union derbe überschätzt wird. Schon beim Hinspiel in Berlin haben wir ziemlich schlechte Erfahrungen mit einem Teil der “Anhänger” von Union Berlin gemacht. Wäre es richtig scheisse gelaufen, dann hätten wir wohl gestern den Großteil unserer Klamotten auf dem Zaun im Gästeblock begutachten dürfen. Diese Fanutensilien-Abzieherei ist für mich eh der größte Schwachsinn überhaupt! Ganz großes Kino, wenn man mit gezocktem “Merch” kleine Eier kompensieren muss. Neben einem Großteil entspannter Zeitgenossen, mischen sich halt auch immer wieder zwielichtige Gestalten und Thor-Steinar-Atzen unters Union-Volk und das sorgt nicht unbedingt für großartige Sympathiepunkte. Das Verhalten nachdem Spielende mit einem Applaus für unsere Mannschaft für den Sieg sollte man aber dennoch erwähnen. Findet man auch nicht mehr so häufig heute und zeigt, dass sich der Großteil der gestern anwesenden Union-Fans auch vernünftig und fair verhalten kann.

- Fanclub-Quartett: Zum Spiel gegen Hansa Rostock am 22.04.2012 ist es dann soweit! Das FC St. Pauli Fanclub-Quartett kann käuflich erworben werden. Verschiedene Leute unterschiedlicher Fanclubs (Breitseite, Blocknachbarn Sankt Pauli, Veteranen) haben sich fast 1 Jahr Zeit gelassen mit der Planung und Produktion dieses Quartetts. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – 32 Fanclubs, 10 Kategorien und das Ganze für 10 Euro bzw. 7,50 Euro erm.
Der Gewinn aus dem Verkauf des Quartetts wird komplett gespendet und zwar an USP Antirazzista, Fanräume und U18-Ragazzi.

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